Fragen Sie Dr. Projekt

Dr. Projekt beantwortet Ihre Fragen zum Projektmanagement

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Hans-Jürgen B. aus R. fragt:
Dr. Projekt, ich kann meine Termine nicht halten. Was kann ich tun?

Dr. Projekt antwortet:
Lieber Hans-Jürgen. Sie sind nicht zu beneiden. Termine sind Fluchttiere und neigen dazu ständig loszurennen und davonzulaufen (ähnlich wie die Kosten). Das liegt vielleicht auch an Ihnen, dass Sie alleine zu schwach sind und die Termine Sie einfach mitziehen.
Oft sind es auch die Kollegen, die nicht helfen die Termine im Zaum zu halten. Immer geben Sie den Terminen nach und lassen Sie einfach weiterlaufen. Keiner hilft Ihnen diese im Zaum zu halten.
Wenn Sie allein die Termine halten sollen, müssen Sie mit der Peitsche arbeiten. Jedes Mal, wenn einer losläuft, sofort draufhauen. Anders geht es nicht.
Aber passen Sie auf, damit Sie keinen Ärger mit dem Tierschutz bekommen. Wenn man bemerkt, dass Sie die Termine brutal mit der Peitsche halten, bekommen Sie rasch Ärger mit den Kollegen, die immer darauf achten, dass die Termine nicht zu sehr gehalten werden. Lauter angebliche Tierfreunde.
Oft ist es besser die Trense mit gemeinen Tricks zu präparieren, so dass die Kollegen es nicht sehen. Dann merken Sie zwar, dass die Termine nicht mehr davonlaufen, aber nicht warum. Das ist dann gut für Sie, weil dann der Tierschutz nicht aktiv wird.
Übrigens: Warum die Termine immer nur in eine Richtung (nämlich nach hinten) laufen, ist nicht bekannt. Eine These sagt, dass Termine nur diese Richtung kennen, also auch nur dahin laufen können. Das scheint allen ein zu leuchten. Eine andere These sagt, nach vorne sei kein Platz für die Termine. Wahrscheinlich ist beides wahr. Also Kopf hoch und keine Angst vor den Terminen.

Sabine K. aus L. fragt:
Dr. Projekt, ich habe ständig Probleme mit den Linienmanagern

Dr. Projekt antwortet:
Liebe Sabine. Linienmanager sind sehr schwierige Menschen. Da ist es ganz natürlich, dass Sie ständig Probleme mit diesen haben. Sie müssen aber wissen, dass ein Linienmanager der oberste Hüter einer Linie ist. Und Linien sind nun mal keine Kreise oder Ovale oder Parabeln, sondern einfache Aneinanderreihungen von Punkten. Immer geradeaus und durch. Und Manager in der Linie können nichts anderes als geradeaus denken, also in Linien. Wenn da mal eine Kurve kommt, sind sie vollkommen von der Rolle, da sie eine Rolle geschweige denn eine Kurve überhaupt nicht kennen. Also wollen sie immer geradeaus gucken, auch wenn es notwendig wäre, dass sie um die Ecke gehen. Deshalb sind sie ja Linienmanager geworden und nicht Kreismanager oder Kurvenmanager. Ist doch klar. Also bleibt Ihnen nur, stur geradeaus zu gehen, wie die Linienmanager. Immer an der Wand lang. Dann klappt das auch mit der Zusammenarbeit. Und Sie werden sehen, dass Sie nun keine Probleme mehr mit den Linienmanagern haben. So macht man Projekte. Linear und stringent von Punkt zu Punkt. Ohne Umwege und Kurven. Rechts und links die Leitplanken und der Linienmanager mit Scheuklappen mitten drin. Und Sie geradeaus voraus, da er ja nur linear gucken kann, ist doch klar.

Viel Erfolg wünscht Ihnen Dr. Projekt

Walter S. aus U. fragt:
Dr. Projekt, mein Team passt überhaupt nicht zusammen. Was soll ich tun?

Dr. Projekt antwortet:
Lieber Walter. Da haben Sie ein echt großes Problem. Wenn ein Team nicht zusammenpasst muss man natürlich überlegen, warum das so ist. Dazu muss man wissen was Team überhaupt heißt. Team kommt aus dem Lateinischen „Totem erat mortem labora“ oder auf Deutsch:
Tote arbeiten nicht.
So und nun können Sie natürlich nachvollziehen, warum Ihr Team nicht zusammenpasst. Wahrscheinlich haben Sie nur traumatisch vorbelastete Mitarbeiter, mit dem Erfolg, dass diese nicht mehr arbeiten. Und weil sie als arbeitsscheue Menschen eine schreckliche Angst vor Arbeit haben, sitzen sie meist in einer Ecke und sind vor Panik gelähmt. Im Normalfall hat man fast immer Mitarbeiter, die noch etwas arbeiten. Bei Ihnen jedoch scheint es so zu sein, dass keiner mehr arbeiten will und kann! Und wenn alle nicht mehr arbeiten, passt es hinten und vorne nicht mehr. Das ist doch klar, oder?
Da bleibt Ihnen vermutlich nur noch die Möglichkeit, einige Mitglieder des Teams durch solche zu ersetzen, die noch was arbeiten. Also meist junge Berufseinsteiger, die ihren Frust noch vor sich haben und die vielen Möglichkeiten sich vor Arbeit zu drücken noch nicht kennen. Viel Erfolg wünscht Ihnen Ihr Dr. Projekt

Kevin T. aus Y. fragt:
Dr. Projekt, in meinem Projekt geht es ständig drunter und drüber zu

Dr. Projekt antwortet:
Lieber Kevin. Das ist doch normal. Immer wenn es ein drunter gibt, muss es auch ein drüber geben. Ist doch klar.
Und da dein Projekt eher drüber ist, als drunter, also ganz sicher viele Mehrkosten hat, nimmst du nur wahr, dass es ständig vor allem in eine Richtung geht. Da kommst du ganz einfach raus, indem du dich daneben stellst. Und schon kannst du ganz entspannt das drunter und drüber betrachten. Gell?

Erich H. aus B. fragt:
Dr. Projekt, mein Projekt hat enorme Verspätung. Was kann ich tun?

Dr. Projekt antwortet:
Lieber Erich.
Leider schreiben Sie nicht, mit welchem Verkehrsmittel das Projekt unterwegs ist. Projekte haben die unglückliche Art, sich immer wieder zu verspäten. Pünktlichkeit ist absolut keine Stärke von Projekten! Da kann man nichts machen. Das ist wie in Asien oder Afrika, wo pünktliches Erscheinen schon fast eine Beleidigung des Gastgebers darstellt. Also lassen Sie dem Projekt die Möglichkeit sich später einzufinden. Da müssen Sie halt durch. Ein Projekt kommt immer zu spät. Das ist so!
Wenn aber noch die Verspätung der Bahn oder des Fliegers dazu kommt, dann wird’s heftig. Beides zusammen sorgt natürlich für eine enorme Verspätung, wie bei Ihnen. Sie müssen also rausfinden, mit welchem Beförderungsmittel Ihr Projekt reist. Beim Flieger hängt es stark von der Wetterlage ab, bei der Bahn von der Reisegeschwindigkeit des Vorstands. Wenn bei der Bahn der Vorstand reist, dann ist dieser Zug immer pünktlich und Ihr Projekt muss warten. So einfach kann man das ausrechnen. Wenn Sie also nun erfahren, dass Ihr Projekt mit der Bahn reist und der Vorstand unterwegs ist, ist eine enorme Verspätung ihres Projekts selbstverständlich. Sie müssen dann versuchen, dass Ihr Projekt zu Fuß geht. Dann kommt es spät, aber es kommt nicht mit enormer Verspätung.
Ich hoffe ich konnte Ihnen helfen.

Peter T. aus M. fragt:
Dr. Projekt, mir laufen die Kosten davon Was kann ich tun?

Dr. Projekt antwortet:
Lieber Peter. Sie haben da ein gewaltiges Problem. Zunächst müssen Sie wissen, dass Geld ein sehr scheues Rehlein ist. Schon beim ersten Anzeichen eine Störung ist es zum Kollegen davongelaufen. Da haben Sie wahrscheinlich nicht aufgepasst. Und hopp, schon war es weg.
Die Ursachen sind vielfältig. Hier mal nicht rechtzeitig nachgefragt und schon wupps, hat der Auftragnehmer das kleine Rehlein verscheucht und Sie stehen mit leeren Händen ohne Geld da.
Oder dort mal was vergessen. Kurz Ups gerufen und weg war das Geld. So schnell geht es. Immer wieder kann man beobachten, dass vor allem die Chefs es vertreiben. Sie nörgeln und trampeln rum und wollen noch mehr. Und das mag das scheue Rehlein gar nicht. Schon hat es wieder mehr gekostet und Sie ahnen es: Die Kosten sind Ihnen davongelaufen. Und nun sollen Sie diese allein wieder einfangen. Das ist wahrlich nicht einfach. Denn wenn das Rehlein erst mal weg ist, dauert es lange, bis es wieder zutrauen fasst und sich wieder einfangen lässt. Da brauchen Sie viel Geduld und eiserne Disziplin. Und absolute Ruhe, denn die Kosten sind sehr, sehr empfindlich auf Projektlärm, insbesondere der Chefs. Da heißt es eiserne Disziplin zu wahren, den Mund halten und leise seine Arbeit verrichten. Also Kopf hoch und Maul halten, damit die Kosten nicht wieder davonlaufen.

Sven T. aus B. fragt:
Dr. Projekt, mein Projekt kotzt mich an. Was kann ich tun?

Dr. Projekt antwortet:
Lieber Sven. Das ist eine echte Sauerei. Auch wenn das Projekt nicht mit deinen Aktionen einverstanden ist, ist spucken und sogar kotzen keine adäquate Reaktion auf deine Vorschläge. Das solltest du nicht dulden. Auch wenn du meist ausweichen kannst, ist es einfach die Art und Weise mit dir umzugehen, was du nicht tolerieren kannst. Außerdem hast du dann ein Problem mit deinen Sachen. Wer soll die waschen, wenn alles vollgekotzt ist. Hier musst du sofort konsequent daran arbeiten, dass du dieses üble Projekt los wirst. Projekte ohne Stil kann man nicht bearbeiten. Sollen sich doch andere mit Projekten rumschlagen, die einen ankotzen, aber doch nicht du. Also mach allen klar, dass dieses Projekt für dich gestorben ist. Und dann wirst du sehen. Projekt weg, kein kotzen mehr, entspannt im Büro und fertig. Viel Erfolg.

Werner W. aus N. fragt:
Dr. Projekt, wie bekomme ich mein Projekt in den Griff?

Dr. Projekt antwortet:
Lieber Werner. Das ist nicht einfach. Beim Ringen gelten andere Regeln als im Normalalltag. Zunächst musst du dich gegenüber dem Projekt aufstellen. Dann packst du es da, wo es ihm an meisten weh tut. Nur wenn das Projekt merkt, dass du jetzt voll zulangst, wird es einknicken. Also fest zupacken und draufdrücken. Wenn das Projekt aufschreit, um so besser. Dann packst du es am Kragen, drehst im die Gurgel so lange zu, bis es nur noch ächzt und stöhnt. Dann leicht über die Hüfte aushebeln und mit voller Wucht auf den Boden. Sofort mit dem Knie nachfassen und auf den Rücken drücken. So! Fertig! Nun kann das Projekt nicht mehr entkommen und du bist Herr der Dinge. Nun hast du das Projekt voll im Griff. Viel Erfolg.

Hans W. aus S. fragt:
Dr. Projekt, mein Projekt geht schief. Was kann ich tun?

Dr. Projekt antwortet:
Lieber Hans. Sie scheinen da ein dickes Problem zu haben. Leider schreiben Sie nicht, wo das Projekt genau schief geht. Es kann daran liegen, dass die Füße ungleich lang sind, oder an einer Schiefstellung im Becken. Wenn das der Fall ist, ist das Projekt in jungen Jahren schon schief aufgesetzt worden. Meistens weil es zu früh zum Laufen kommen sollte. Das wäre dann einfach nachträglich zu korrigieren. Hierzu muss man nur mit etwas Geld dem Projekt unter die Arme resp. unter die Füße greifen und einen Fuß höher stellen. Schon steht es wieder kerzengerade da.
Aber bei Ihnen vermute ich, dass es Ihr Projekt im Kreuz hat. Kein Rückgrat, schwache Rückenmuskeln, verstehen Sie? Oft kommt noch eine Vorgesetztenskoleose mit starker Mentalverkrümmung hinzu, was dazu führt, dass der gesamte Brustbereich verspannt ist, weil alle die Luft anhalten, wenn der Abteilungsleiter einläuft. Es kann aber auch von den vielen Bücklingen kommen, wenn die Projektmitarbeiter den Chefs immer wieder den Speichel lecken. Skoleosen (Rückgratverkrümmungen) treten immer dann auf, wenn Vorgesetzte zu schwere Lasten aufbürden und dann das Kreuz des Projektleiters brechen.
Manchmal ist auch nur ein Nerv eingeklemmt, Das merkt man dann daran, dass der Chef ständig nervt.
Seltener kommt es vom Kopf her. Wenn aber, dann kann man nichts mehr retten als seine Haut, indem man das Projekt in das Büro des Kollegen abschiebt. Dann wird der Kopf wieder frei für Neues. Der eigene Gang wird wieder gerade. Also immer den Kopf hoch.

Hubert L. aus J. fragt:
Dr. Projekt, mein Projekt ist verschoben worden, was kann ich tun?

Dr. Projekt antwortet:
Lieber Hubert. Das kommt leider immer wieder vor. Sie müssen sich das so vorstellen, wie auf einem Schiff. Eine Firma kann nur eine gewisse Menge an Projekten laden. Wenn man da nicht aufpasst, verschiebt sich die gesamte Ladung und die gesamte Firma wird instabil. So ist das auch mit den verschobenen Projekten. Dein Projekt wurde gewogen und für zu leicht befunden. Also war es das einzige, was sich so einfach verschieben ließ. Das ist wie in der Bundesliga. Da werden Spiele auch verschoben. So hat sich also bei deinem Projekt gezeigt, dass es leicht verschiebbar ist. Und da am Bug weniger Platz ist als am Heck, wurde es natürlich (du ahnst es) nach hinten verschoben. Du musst auch wissen, die, die das Projekt verschoben haben, habe eine enorme Kraft und können dich sogar mitschieben, wenn du nicht aufpasst. Die haben vor allem viel Kraft in den Armen und Beinen. Du halt nur im Kopf und in den Lenden. Und das reicht einfach nicht, um gegen solche Kräfte anzutreten. Das musst du halt so hinnehmen. Also Kopf hoch.